Martina Rathgens

Mohn: Warenkunde und Tipps


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Wir informieren über die verschiedenen Mohnsorten, seine Herkunft und wertvollen Inhaltsstoffe. Außerdem erfahren Sie hier, worauf es bei Einkauf und Lagerung ankommt, und wofür Mohn verwendet wird.

Merkmale

Klatschmohn

Martina Rathgens

Es gibt weltweit zwischen 50 und 120 Mohnsorten. Die wichtigste unter ihnen ist der Garten- oder Schlafmohn, der als Lebensmittel und zur Ölgewinnung verwendet werden kann. Daneben gibt es noch den so genannten Klatschmohn und Saatmohn. Klatschmohn trifft man in Deutschland sehr häufig an. Die rote Wildform wird oft als Zierpflanze angebaut. Der Gartenmohn bildet Pflanzen von bis zu 1,5 m aus und trägt Blüten mit einem Durchmesser von maximal 10 cm. Sie sind weiß mit violettem Fleck oder purpurviolett mit schwarzem Fleck. In seltenen Fällen können sie auch eine rote Färbung haben. Bei den roten Blumen, die man häufig sieht, handelt es sich aber in der Regel um Klatschmohn. In den kugeligen Kapselfrüchten befinden sich bis zu 30.000 Körner. Die Samen sind entweder blau-grau bis schwarz oder cremefarben. Bei uns ist die dunkle, ölhaltigere Variante verbreitet. In Indien hingegen verwendet man den hellen Mohn. Wegen seines geringen Ölanteils wird er häufig gemahlen. In Österreich ist eine Mohnsorte mit grauer Färbung sehr beliebt - der Waldviertler Graumohn. Gemeinsam haben alle Sorten ihren nussigen Geschmack.

Ursprung und Verbreitung

Mohn gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Daher ist der genaue Ursprung nicht genau zu bestimmen. Vermutlich stammt er aber aus Vorderasien. Als Nutzpfalnze wurde im Mittelmeerraum bereits im Jungsteinzeitalter angebaut. Heute wird Mohn noch immer hauptsächlich in Asien kultiviert. Aber auch die Türkei, Tschechien, Österreich, Ungarn, Indien und Australien sind wichtige Anbaugebiete. Um Missbrauch zu vermeiden, darf Schlafmohn in Deutschland nur noch mit Genehmigung angebaut werden, denn er fällt schon seit vielen Jahren unter das Betäubungsmittelgesetz.

Einkauf und Lagerung

Mohnsamen

Jon Mountjoy

Mohnsamen sind ganz oder gemahlen erhältlich. Man bekommt sie in Reformhäusern, Bioläden und manchen Bäckereien. Im Supermarkt werden Sie bei den Backzutaten fündig. Dort gibt es auch fertige Mohnzubereitungen für Kuchen. Gemahlene Mohnsamen sollten Sie nur in kleinen Dosen kaufen und schnellstmöglich verbrauchen. Durch ihren hohen Ölanteil werden sie sehr schnell ranzig. Allerdings entfalten sie in diesem Zustand auch besonders gut ihren nussigen Geschmack. Ganze Mohnsamen können Sie in einem gut verschlossenen Behältnis an einem kühlen Ort mehrere Monate aufbewahren. Bei den fertigen Mischungen können Sie sich einfach nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf der Verpackung richten.

Verwendung

Mohn-Hefestrudel

Anke Schütz

In unseren Breitengraden werden ganze Mohnsamen meist über Gebäck gestreut. Gemahlene werden für Desserts, Füllungen und Cremes verwendet. Häufig werden die kleinen Körner für Süßes eingesetzt. Sie schmecken aber auch sehr gut in herzhaften Gerichten. Besonders in der österreichischen Küche unter den vielen Mohngerichten auch zahlreiche deftige. In Indien wird weißer Mohn benutzt. Gemahlen wird er wie Mehl verarbeitet und dient als Bindemittel für Currys und Saucen. Mohnkapseln werden manchmal als Dekoration oder zum Basteln verwendet.

Mohnöl

Aus den fettreichen Samen wird durch Kaltpressung hochwertiges Mohnöl gewonnen. Das wiederentdeckte Nischenprodukt wird in kleinen Mengen in Österreich produziert und ist relativ teuer. Es darf nicht zu hoch erhitzt werden und eignet sich daher eher für Salat und Kaltspeisen. Mohnöl hat ein intensives nussiges Aroma. Doch das Speiseöl findet nicht nur in der Küche Verwendung, sondern wird auch für die Farbherstellung für die Ölmalerei genutzt.

Inhaltstoffe

Mohnkapseln

OliBac

Mohn hat einen Calciumanteil von knapp 2,5% und zählt damit zu den calciumreichsten Lebensmittel überhaupt. Weiterhin finden sich in der Ölsaat Kalium, Magnesium, die hochwertige Fettsäure Linolsäure und B-Vitamine.

Sarah Eden

Veröffentlicht am 7/21/2010


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